Warum eine echte Mail statt nur DNS-Einträge prüfen?
Die DNS-Tools zeigen, ob SPF, DKIM und DMARC richtig veröffentlicht sind. Ob eine bestimmte Mail sie auch besteht, entscheidet sich erst beim Versand: Welcher Server liefert ein, mit welcher Rücklaufadresse, signiert er mit dem richtigen Schlüssel, verändert ein Gateway die Nachricht nach dem Signieren? Genau das zeigt der Mail-Test, weil er die tatsächlich angekommene Nachricht auswertet.
Typische Fälle: Das Newsletter-Werkzeug sendet mit eigener Rücklaufadresse, das Kontaktformular des Shops über den Webhoster ohne SPF-Eintrag, das CRM signiert mit seiner eigenen Domain statt mit deiner. In den DNS-Einträgen fällt das nicht auf, im Mail-Test sofort.
Was der Mail-Test prüft
DomainWarn rechnet jede Prüfung selbst nach, statt nur abzuschreiben, was der empfangende Server notiert hat.
- SPF: Darf die sendende IP für die Domain der Rücklaufadresse senden? Mit dem Mechanismus, der gegriffen hat, und dem Limit von zehn DNS-Abfragen.
- DKIM: Jede Signatur wird kryptografisch geprüft (RSA und Ed25519), mit Schlüssellänge und der Frage, ob die signierende Domain zum Absender passt.
- DMARC: Richtlinie der Absenderdomain und ob SPF oder DKIM im Sinne von DMARC zum sichtbaren Absender passen (Alignment).
- Reverse DNS und HELO: Hat die sendende IP einen PTR-Eintrag, der wieder auf sie zurückzeigt, und meldet sich der Server mit einem passenden Namen?
- TLS: Wurde die Mail verschlüsselt eingeliefert, mit welcher Version?
- Blacklists: Steht die sendende IP auf Spamhaus, SpamCop, Barracuda oder PSBL?
- Nachricht: Message-ID, Date, Textteil neben HTML und für Newsletter der Abmeldelink mit One-Click nach RFC 8058.
So liest du die Punktzahl
Jede Mail startet mit 100 Punkten. Echte Probleme kosten Punkte: eine fehlende oder ungültige DKIM-Signatur am meisten, danach fehlendes oder gescheitertes SPF und DMARC, Blacklists und ein fehlender Reverse-DNS-Eintrag. Kleinigkeiten wie ein 1024-Bit-Schlüssel oder eine DMARC-Richtlinie p=none kosten wenige Punkte. Ab 90 Punkten ist die Mail sehr gut eingerichtet, unter 50 landet sie bei vielen Empfängern im Spam oder wird abgewiesen.
Gmail, Yahoo und Microsoft: was große Postfächer verlangen
Seit 2024 verlangen Gmail und Yahoo von allen Absendern SPF oder DKIM, einen gültigen Reverse-DNS-Eintrag und TLS; wer mehr als 5.000 Mails am Tag an sie schickt, braucht zusätzlich DMARC, Alignment und bei Newslettern die Abmeldung mit einem Klick. Microsoft zieht für Outlook.com seit 2025 nach. Der Mail-Test prüft genau diese Punkte und sagt, welcher fehlt.
Was mit deiner Mail passiert
Die Testadresse gilt eine Stunde und nimmt genau eine Mail an. Nach der Auswertung wird die Mail gelöscht; gespeichert bleiben nur die Kopfzeilen und das Ergebnis, nie Text oder Anhänge, und auch das wird nach 24 Stunden gelöscht. Schick also am besten eine Testnachricht ohne vertrauliche Inhalte.
Häufige Fragen
- Wie schnell kommt das Ergebnis?
- Meist nach wenigen Sekunden: Die Seite fragt alle fünf Sekunden nach, und sobald die Mail angekommen ist, wird sie ausgewertet. Hält der sendende Server die Mail zurück (Greylisting, Warteschlange), dauert es entsprechend länger. Die Adresse gilt eine Stunde.
- Kann ich einen Newsletter-Dienst oder ein Kontaktformular testen?
- Ja, genau dafür ist der Test gedacht. Trag die Testadresse als Empfänger ein, etwa in einer Testgruppe des Newsletter-Dienstes oder im Kontaktformular, und schick eine echte Nachricht. So siehst du, ob der Dienst mit deiner Domain signiert und im SPF steht.
- Warum besteht SPF, aber DMARC nicht?
- SPF prüft die Rücklaufadresse, DMARC die sichtbare Absenderadresse. Versendet ein Dienst mit eigener Rücklaufadresse, besteht SPF für dessen Domain, passt aber nicht zu deiner. Die Lösung ist DKIM mit deiner Domain oder eine eigene Rücklaufadresse beim Dienst.
- Ist der Mail-Test kostenlos?
- Ja, ohne Anmeldung. Wie für die übrigen Tools gilt ein Limit von 20 Abfragen pro Stunde. Im DomainWarn-Dashboard gibt es den Mail-Test zusätzlich je Domain, mit 30 Tagen Verlauf.