Wie ein Check arbeitet
Ein Monitor ist ein Check-Typ auf einem Ziel (Domain, Hostname oder URL) mit eigenem Intervall. Jeder Lauf endet mit einem Ergebnis: ok, warning, critical oder error. Ein Fehler bedeutet, dass DomainWarn selbst nicht prüfen konnte (Resolver-Timeout, Zeitbudget überschritten); er verändert nie einen Incident. Befunde tragen eine Schwere: Hinweis (info), Warnung oder kritisch, jeder mit Text und Empfehlung in Deutsch und Englisch.
Nur Zustandsbefunde eröffnen Incidents, und erst nach ihrer Schwelle: einer festen Zahl aufeinanderfolgender Läufe (1, 2 oder 3) oder, bei Verfügbarkeitschecks, nach der eingestellten Fehlerdauer (Standard 5 Minuten, umgerechnet in Läufe). Hinweise erzeugen nie einen Incident. Änderungen (ein Record ist anders als beim letzten Lauf) sind Ereignisse mit Vorher und Nachher, werden einmal gemeldet und laufen nicht als Incident weiter; Einzelheiten in „Alarme“.
Ein Lauf hat 30 Sekunden Zeit. HTTP-Abrufe folgen höchstens fünf Weiterleitungen und lesen höchstens 512 KB. DNS wird bevorzugt am autoritativen Nameserver abgefragt; jede erkannte Änderung wird nach 45 Sekunden an einem zweiten Nameserver der Zone bestätigt.
Siehe auch: Incidents, Schwellen und Erinnerungen
Website
Die Website-Checks laufen auf jedem Hostnamen mit Website-Monitor, also mindestens auf Apex und www.
httpWebsite: Erreichbarkeit, Statuscode, Antwortzeit, Weiterleitungskette, Seiteninhalt und Sicherheits-Header. Verbindungsfehler, Timeouts und 5xx sind kritisch und eröffnenhttp_downnach der Fehlerdauer; ein anderer als der erwartete Statuscode ist eine Warnung (http_status); Antworten über der Langsam-Schwelle (Standard 5 s) eröffnenhttp_slownach drei Läufen; eine HTTPS-Adresse, die auf http:// weiterleitet, soforthttp_no_https. Fehlt ein Pflichttext oder taucht ein verbotener auf, entstehthttp_content. Header-Befunde (HSTS, CSP, nosniff, Framing, Referrer- und Permissions-Policy, verratene Server-Versionen) sind Hinweise ohne Incident.tlsZertifikat: Handshake, Kette, Hostname, Gültigkeit, Signaturalgorithmus und Protokoll auf Port 443 oder einem Mailport mit STARTTLS. Abgelaufen ist kritisch (tls_expired, sofort); unter 14 Tagen Restlaufzeit eine Warnung (tls_expiring), unter 30 Tagen ein Hinweis. Kettenfehler, falscher Hostname, selbstsigniert und noch nicht gültig eröffnentls_invalidnach zwei Läufen; nicht erreichbartls_unreachable. SHA-1 und TLS 1.0/1.1 sind Warnungen ohne Incident. Eine Erneuerung wird als Ereignis gemeldet, ein neuer Aussteller als Warnung.redirectsWeiterleitungen:http://,http://www.,https://undhttps://www.müssen bei derselben kanonischen HTTPS-Adresse landen. Unerreichbare Varianten, fehlende Weiterleitung auf https, Fehlerstatus am Ende und uneinheitliche Ziele eröffnenredirects_broken; lange Ketten und temporäre Redirects (302/307) sind Hinweise. Ändert sich die kanonische Adresse, wird das als Warnung gemeldet.ipv6IPv6: Hat der Hostname AAAA-Records, wird jede IPv6-Adresse per HTTP angesprochen. Keine Antwort oder 5xx eröffnetipv6_brokennach der Fehlerdauer; fehlende AAAA-Records sind ein Hinweis. Vor jedem Befund prüft DomainWarn den eigenen IPv6-Pfad gegen Referenzziele; ohne IPv6-Route endet der Lauf als Fehler. Der Monitor entsteht nur, wenn der Betreiber IPv6 freigeschaltet hat.ct_logCertificate Transparency: Alle Zertifikate der letzten 30 Tage für die Domain und ihre Subdomains aus den CT-Logs. Ein bisher unbekannter Aussteller ist eine Warnung ohne Incident; jedes neu ausgestellte Zertifikat ein Ereignis. Fällt es in die 24 Stunden nach einem Nameserver- oder MX-Wechsel, wird es als kritisch gemeldet. Hostnamen aus Zertifikaten ohne Website-Monitor werden als Vorschlag an der Domain gesammelt (bis 50 offene), die du per Klick übernimmst oder ausblendest.
Siehe auch: Website-Monitoring · SSL-Monitoring
Die E-Mail-Checks laufen auf der Domain. Werden beim Anlegen weder MX noch SPF gefunden, ist der Bereich zunächst abgeschaltet.
mxMailserver-Records: Vorhandensein, Null-MX und Auflösbarkeit jedes MX-Hosts. Kein MX ist kritisch (mx_missing), kein auflösbarer MX kritisch (mx_unresolvable), teilweise auflösbar eine Warnung; jeweils nach zwei Läufen. Ein MX-Wechsel ist eine Warnung, ein entfernter MX kritisch.spfSPF: Syntax, Mechanismen, Includes mit Schleifen, Lookup-Zahl undall-Qualifier. Fehlender Record (spf_missing), mehrere Records (spf_multiple, kritisch, weil Empfänger permerror werten), Syntaxfehler und kaputte Includes (spf_invalid), mehr als 10 DNS-Lookups (spf_lookups) und+all,?alloder fehlendesall(spf_permissive) eröffnen nach einem Lauf; 9 Lookups sind ein Hinweis,~allebenfalls,ptreine Warnung ohne Incident. Ein entfernter SPF-Record ist eine kritische Änderung.dkimDKIM: Die eingetragenen Selektoren, ohne Eintrag eine Suche über 39 gängige Selektoren (google, selector1, k1, default, mail, brevo, mailgun, ionos, strato, amazonses und weitere). Fehlende konfigurierte Selektoren eröffnendkim_missingnach zwei Läufen; widerrufene, ungültige und zu kurze Schlüsseldkim_invalid, unter 1024 Bit kritisch. Unter 2048 Bit und Testmodus (t=y) sind Hinweise. Wird nichts gefunden, ist das nur ein Hinweis, deine Selektoren einzutragen.dmarcDMARC: Record unter_dmarc, Syntax, Policy,pct,rua, Subdomain-Policy. Fehlender Record eröffnetdmarc_missingnach einem Lauf, mehrere Records ebenfalls (kritisch).p=none,p=quarantine,pctunter 100, fehlende Berichtsadresse und eine schwächere Subdomain-Policy sind Hinweise. Eine abgeschwächte Policy ist eine kritische Änderung.mta_stsMTA-STS: TXT-Record, Policy-Datei unterhttps://mta-sts.<domain>/.well-known/mta-sts.txt, Modus,max_ageund ob alle MX-Hosts abgedeckt sind. Fehlende Policy ist ein Hinweis; fehlerhafte Records, unerreichbare Policy und fehlende Felder eröffnenmta_sts_invalidnach zwei Läufen. Nicht abgedeckte MX-Hosts im enforce-Modus sind kritisch, weil Absender die Zustellung verweigern.tls_rptTLS-RPT: Record unter_smtp._tlsmit plausibler Berichtsadresse. Fehlender Record ist ein Hinweis mit Empfehlung, ein fehlerhafter eine Warnung ohne Incident.bimiBIMI: Record unterdefault._bimi, Logo-URL (https, SVG Tiny PS), VMC-URL und die Voraussetzung DMARC mitquarantineoderreject. Fehlender Record ist ein Hinweis; fehlerhafte oder unerreichbare Logo- und VMC-Adressen sowie BIMI ohne durchgesetzte DMARC-Policy eröffnenbimi_invalidnach zwei Läufen.smtpMailserver: Verbindung auf Port 25 zu bis zu fünf MX-Hosts, Banner, STARTTLS, TLS-Version und Zertifikat; nie wird eine Mail eingeliefert. Kein erreichbarer Mailserver ist kritisch (smtp_unreachable), fehlendes oder scheiterndes STARTTLS, ungültiges Zertifikat und TLS 1.0/1.1 sind Warnungen mit Incident, ein einzelner toter MX eine Warnung ohne. Der Monitor entsteht nur, wenn der Betreiber Port 25 freigeschaltet hat.reverse_dnsReverse DNS: Jede Adresse der MX-Hosts braucht einen PTR-Record, der auf die Adresse zurückzeigt. Fehlender PTR (reverse_dns_missing) und nicht passender PTR (reverse_dns_mismatch) eröffnen nach zwei Läufen; den PTR setzt der Betreiber des IP-Netzes.daneDANE: TLSA-Records unter_25._tcp.<mx>, DNSSEC-Signierung, brauchbare Usage (2 oder 3) und, wenn Port 25 freigeschaltet ist, der Abgleich mit dem per STARTTLS ausgelieferten Zertifikat. Kein TLSA ist ein Hinweis; unsignierte, ungültige oder unprüfbare Records eröffnendane_brokennach zwei Läufen; ein Zertifikat, zu dem kein TLSA-Record passt, ist sofort kritisch (dane_mismatch).
Siehe auch: E-Mail-Monitoring
Domain und DNS
Diese Checks laufen auf der Domain; CAA zusätzlich je Hostname mit Zertifikat.
dnsDNS-Records: A, AAAA, CNAME, MX, TXT, NS und CAA, bevorzugt am autoritativen Nameserver, kanonisiert als Snapshot für die Änderungserkennung. NXDOMAIN und SERVFAIL sind kritisch (dns_failed), eine Zone ohne A, AAAA, CNAME und MX eine Warnung (dns_empty), jeweils nach zwei Läufen. Ein CNAME neben anderen Records ist eine Warnung ohne Incident. Einzelne Record-Änderungen sind Ereignisse, Nameserver- und MX-Wechsel Warnungen.dnssecDNSSEC: DS-Record in der Elternzone und Validierung über einen validierenden Resolver, Ablauf der Signaturen, abgekündigte Algorithmen. Eine scheiternde Validierung ist kritisch (dnssec_bogus, zwei Läufe), denn Google, Cloudflare und Quad9 erreichen die Domain dann nicht. Signaturen, die in unter 7 Tagen ablaufen, sind eine Warnung, unter 2 Tagen kritisch (dnssec_expiring); die Warnung greift nur, wenn auch weniger als ein Drittel der Gültigkeitsdauer übrig ist, damit kurz signierende Anbieter keine Fehlalarme erzeugen. Ohne DNSSEC gibt es einen Hinweis.domainRegistrierung: Ablaufdatum, Registrar, EPP-Status und Nameserver laut Registry per RDAP, einmal täglich. Ablauf in unter 30 Tagen ist eine Warnung (domain_expiring), unter 60 Tagen ein Hinweis; abgelaufen oder nicht registriert kritisch (domain_expired);clientHold/serverHoldkritisch (domain_hold). Fehlende Transfersperre ist ein Hinweis. Registries ohne Ablaufdatum (DENIC für .de) liefern nur Status und Nameserver. Ein Registrarwechsel wird als Warnung gemeldet.blacklistBlacklists: Die IPv4-Adressen der Website und der ersten fünf MX-Hosts gegen Spamhaus ZEN, Spamcop, Barracuda und PSBL, der Domainname gegen Spamhaus DBL und SURBL. Eine gelistete Mailserver-IP oder Domain ist kritisch, eine gelistete Website-IP eine Warnung (blacklist_listed, ein Lauf). Nur eindeutige Listungsantworten zählen; die Streichung wird als Entwarnung gemeldet.caaCAA: CAA-Records samt Eltern- und Wildcard-Regeln, verglichen mit der Zertifizierungsstelle des aktuellen Zertifikats auf Port 443 (rund 30 CAs bekannt). Kein CAA-Record ist ein Hinweis; ein Record, der die eigene CA aussperrt, eine Warnung (caa_blocks_issuer), weil die nächste Verlängerung scheitern würde; ungültige Recordscaa_invalid, jeweils nach zwei Läufen.nameserversNameserver: Jeder NS der Zone braucht eine Adresse, muss antworten, autoritativ sein und dieselbe SOA-Serial liefern. Tote, lame und adresslose Server sowie abweichende Serials eröffnennameservers_brokennach zwei Läufen, antwortet keiner ist es kritisch. Ein einzelner Nameserver, alle im selben /24-Netz oder bei mehreren Anbietern sind Hinweise. Der Lauf hat 20 Sekunden Budget und beginnt an wechselnder Stelle; unvollständige Läufe werden markiert.
Siehe auch: DNS-Monitoring · Domain-Monitoring
Intervalle je Tarif
Jeder Monitor hat ein Intervall zwischen einer Minute und sieben Tagen, das du in den Einstellungen der Domain änderst. Der Tarif setzt die Untergrenze je Check-Typ; beim Tarifwechsel werden zu kurze Intervalle angehoben. Die wichtigsten Untergrenzen:
- Website (
http): Free 15 Minuten, Freelancer 5 Minuten, Agency und Agency Pro 1 Minute. - DNS-Records: Free 60 Minuten, Freelancer 30 Minuten, Agency 15 Minuten. DNSSEC: Free 6 Stunden, Freelancer 1 Stunde, Agency 15 Minuten.
- SPF und DMARC: Free 6 Stunden, Freelancer 3 Stunden, Agency 1 Stunde. DKIM und MTA-STS: Free 12 Stunden, Freelancer 6 Stunden, Agency 1 Stunde. MX: Free 6 Stunden, Freelancer 1 Stunde, Agency 30 Minuten.
- Zertifikat: Free 12 Stunden, sonst 6 Stunden. Blacklists: Free 24 Stunden, Freelancer 12, Agency 6 Stunden. Nameserver: Free 24 Stunden, Freelancer 12, Agency 6 Stunden.
- Registrierung, CT-Logs, Weiterleitungen, CAA, BIMI und DANE: 24 Stunden in jedem Tarif. IPv6: 6 Stunden im Free-Tarif, sonst 1 Stunde (Agency Pro 30 Minuten).
Siehe auch: Tarifvergleich
Der Domain-Check mit Punktesystem
Der öffentliche Domain-Check auf der Startseite fasst 13 Einzelprüfungen in vier Bereiche mit je einer Punktzahl von 0 bis 100 zusammen und gewichtet sie zur Gesamtpunktzahl. Er nutzt dieselben Prüfungen wie die Monitore, aber einmalig und ohne Verlauf; im Dashboard gibt es die Punktzahl nicht, dort zählt der Zustand aus den offenen Incidents.
- Bereiche und Gewichte: Website 30 % (Zertifikat, Weiterleitungen, Sicherheits-Header), E-Mail 35 % (MX, SPF, DKIM, DMARC, MTA-STS, TLS-RPT), DNS 20 % (Records, DNSSEC), Domain 15 % (Registrierung, Blacklists).
- Punktzahl je Bereich: 100 minus Abzüge seiner Prüfungen. Je Prüfung kosten kritische Befunde 20 Punkte, Warnungen 7 Punkte (höchstens 20), Hinweise 1 Punkt (höchstens 3). Wegen des Zeitbudgets von 22 Sekunden ausgelassene Prüfungen fallen aus der Rechnung; konnte ein Teil wegen eines Fehlers nicht prüfen, gibt es keine Punktzahl.
- Gesamtpunktzahl: gewichtetes Mittel der Bereiche. Stufen: ab 90 sehr gut, ab 70 gut, ab 50 mittel, darunter dringender Handlungsbedarf.
- Empfehlungen: bis zu fünf Befunde, sortiert nach dem Punktgewinn ihrer Behebung. Der Gewinn ergibt sich aus dem Anteil des Befunds am Abzug seiner Prüfung, dem Gewicht des Bereichs und der Empfehlung aus dem Befundtext; bei Gleichstand stehen kritische vor Warnungen.
- Grenzen: 20 Abfragen je Stunde und IP, Ergebnisse fünf Minuten zwischengespeichert, Ergebnisseite ohne Indexierung, aber teilbar.
Siehe auch: Domain-Check ausprobieren
Häufige Fragen
- Warum sehe ich einen Befund, aber keinen Incident?
- Hinweise erzeugen nie einen Incident, Warnungen nur bei Zustandsbefunden nach ihrer Schwelle. Manche Warnungen sind bewusst ohne Incident, etwa ein SPF-Record mit ptr, ein SHA-1-Zertifikat oder ein einzelner nicht erreichbarer MX-Host: Sie stehen im Ergebnis und in der Zeitleiste, wecken aber niemanden.
- Kann ich einzelne Checks abschalten?
- Ja, je Domain die Bereiche Website, E-Mail sowie Domain und DNS, und jeden Monitor einzeln. Ein abgeschalteter Monitor schließt seine offenen Incidents ohne Entwarnung.
- Welche Checks brauchen etwas vom Kunden?
- Keiner. Alle Prüfungen lesen öffentlich abfragbare Daten: DNS, HTTP, TLS, RDAP, CT-Logs und Blacklist-Antworten. Nichts wird beim Kunden installiert; nur die Records per Klick brauchen eine Integration mit dem DNS-Anbieter.
- Warum fehlt der IPv6- oder der SMTP-Monitor?
- Beide entstehen nur, wenn der Betreiber sie freigeschaltet hat: IPv6 braucht einen Prüfserver mit IPv6-Ausgang, der Mailserver-Check eine Freigabe von Port 25. Ohne Port-25-Freigabe prüft DANE nur Form und Signierung der TLSA-Records.